Markward II.                                           Graf von Eppenstein
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    - nach 951
 

Sohn des Grafen Markward I. im Viehbachgau
 

GENEALOGISCHE TAFELN ZUR MITTELEUROPÄISCHEN GESCHICHTE
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Wegener Dr. Wilhelm: Seite 108
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2. MARKWART II.

F. nicht erwähnt; Markwart war der Leitname des Geschlechts, sein Vorkommen 940 und 951 wird auf die nämliche Person zu beziehen sein, diese wird man am besten als Sohn von 1 ansprechen; eV.
940 13/7 Siptenfeld König OTTO I. verleiht auf Verwendung des (bayerischen) Herzogs Perchtolfd und der Grafen Kerung und Hiltibold seinem adligen Vasallen und Grafen Marchward 10 Herrenhufen in pago Ufgowe in der Grafschaft desselben Marchward am Flusse Fuchtebach (Viehbach) DD 1, 119 n 33 (aus dem Bamberger Archiv, Ober-Viehbach war in der Folge bambergisch); IV.
951 23/9 Pavia König OTTO I. gibt Marquart, dem Vasallen seines Bruders Heinrich (Herzog von Bayern), ein zu Itzling AG Freising oder AG Erding in der Grafschaft Adalberos (von Ebersberg) gelegenes Eigentum zurück, das ihm durch Volksurteil entzogen und in des Königs Gewalt gegeben worden war DD 1, 215 n 135.


Markward II.war ein bayrischer Adliger, der Güter südöstlich von Freising und Landshut besaß. Er war bereits 927 in Kärnten fassbar, tauchte nur 940 und 951 als Zeuge in Schenkungsurkunden auf und war Vasall der Herzöge von Bayern und der Bischöfe von Bamberg.
 
 
 

  oo N.N.
            -
 
 
 
 

Kinder:

  Richardis
         -23.4.1013

  oo Ulrich I. von Ebersberg Markgraf von Krain
             -11.3.1029

  Markward III.
          -13.4.1000

  Rüdiger Graf
         -4.12. vor 1000
 
 
 
 



Klaar Karl-Engelhard: Seite 74-76
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"Die Herrschaft der Eppensteiner in Kärnten" (1966)

Seine eigene Stellung in diesem bayerischen Adel näher zu bestimmen, ermöglichen gleich die zeitlich nächstfolgenden "Markwart"-Quellen. Den für einen bayerischen Grafen im 10. Jahrhundert vorauszusetzenden Eigenbesitz in seinem Amtsbereiche bezeugt uns der 926-937 zu datierende Tausch Bischof Wolframs von Freising mit einem Edlen Markwart, der Güter südöstlich Freising und Landshut zum Gegenstand hat (Nr. 3). Etwa gleichzeitig treten uns die ersten Markwart-Nennungen in Kärnten entgegen, dem Lande, in welchem die späteren EPPENSTEINER ihre hauptsächlich geschichtliche Wirksamkeit entfalten sollten (Nr. 4). Die Zeugnisse verdienen eingehendere Betrachtung: Im Mai 927 traf sich der Salzburger Erzbischof Odalbert in Karnburg, dem Kärntner Pfalzort der KAROLINGER-Zeit, in synodo mit zahlreichen weltlichen Großen, um mit ihnen nach Friedensschluss Herzog Arnulfs von Bayern mit den Ungarn über entsprechende Ordnungsmaßnahmen im heimgesuchten Land zu beraten. Des Herzogs Bruder Bertolt, hier erstmals ebenfalls als dux - wohl für Kärnten und unter der Aufsicht Arnulfs - bezeichnet, ist unter den Teilnehmern dieses Landtages mit Vorrang zu nennen. In seinem Gefolge war unter vielen anderen auch ein Markwart nach Kärnten gekommen [Zu etwa derselben Zeit hatte die Grafschaft des Markwart in Nr. 2. dieser nicht mehr inne: Trad. Freis. 2 nr. 1076 (926-937; in comitatu Kamanolfi Goldara)]. Ihre gegenseitige Bindung gibt eine etwa gleichzeitige Quelle (Nr. 5) als Vasallität an, was in der Folgezeit für ihn oder seine Nachfahren wiederholt bestätigt und genauer bestimmt wird als Vasallitätsverhältnis nicht etwa zu einem Kärntner Teilherzog, sondern zum Bayern-Herzog (Nr. 6-7); Markwart hatte demnach Lehnbesitz vom Herzog. Dieser suchte seine Position in Kärnten und dessen Verknüpfung mit seinem Hauptlande durch herzogliche missi darüber hinaus aber auch durch Entsendung geeigneter Männer zu festigen, die er mit Grundbesitz in ihrem neuen Wirkungskreis ausstattete. Einer der so Begünstigten ist Markwart (Nr. 5), ein anderer Weriant (Nr. 4 a), beides Namen, die später von Inhabern wichtiger verwandter Ämter in Kärnten getragen wurden [Für Markwart s. Nr. 12. - 945 Juni 4 schenkt König OTTO I. an Ma. Saal Ländereien in Carantana regione sitas sub regimine Vuerianti (D O I. nr. 67 = MdC 3 nr. 102); zu des letzteren Stellung siehe Jaksch, Kärnten I, 127. In seiner Gattin Adelswind (Nr. 4 a) vermutet die Forschung eine Verwandte der Herzogsfamilie: Reindel, Luitpoldinger, 141, und Mitterauer, Markgrafen, 184, 239; vgl. Pirchegger, Steiermark I, 121.].. Es liegt nahe, dass die Edlen versuchten, ihre neuen Besitzungen von den Zufälligkeiten ihrer liutpoldingischen Herkunft zu befreien und durch Tauschgeschäfte, wie sie uns mit Salzburg begegneten, zu arrondieren. Wichtig musste dem Herzog weiterhin sein, dass die von  ihm im Osten angesetzten Vasallen auch im Stammlande durch Grundbesitz verwurzelt blieben. Für die MARKWARTE wurde solcher in der Freisinger Gegend bereits erwähnt (Nr. 3), und der Zusammenhang zwischen diesem bayerischen Besitz und dem durch das Ausgreifen nach Kärnten erlangten blieb künftighin in der Markwart-Familie bestehen, jedenfalls bis zum Jahre 1108 (Nr. 83), wobei der Ausbau auch des ersteren und die Erhaltung des Grafenamtes in jenem Gebiete nicht aus den Augen verloren wurden, auch wenn dabei Rechtshändel unvermeidlich waren.
Zusammengeschaut, ergeben diese frühen, sich über ein halbes Jahrhundert verteilenden bayerischen Markwart-Nennungen, die jedenfalls mehr als ein Person betreffen, das Bild einer noch nicht nach Verwandtschaftsgraden differenzierbaren Adelssippe, die sich durch Festhalten an ihrem charakteristischen Leitnamen ebenso wie an ihren Besitzschwerpunkten als Träger einer eigenen Tradition zu erkennen gibt. Beides scheint wenig bemerkenswert, doch kommt hinzu eine durchgängig zu beobachtende öffentliche Stellung, welche diese Sippe aus dem Adel ihres zeitlichen und räumlichen Wirkungsbereiches deutlich heraushebt und sich mit Grafschaftsrecht und Herzogsnähe umschreiben lässt. All dies ist zum guten Teil als Ergebnis zielbewussten Strebens, an dem es sicher nicht gefehlt hat, zu deuten. Nicht begründbar ist aber damit der von ihrem plötzlichen Erscheinen an hohe Rang der Markwart-Sippe in Bayern. Tritt, wie in unserem Falle, der erste in einer Landschaft festzustellende Träger eines auffallenden Namens sogleich in herausragender Stellung auf, so kann eine Erklärung dafür in auswärtiger Herkunft einer Person oder Personengruppe liegen, die eine eigene Sippentradition auch im Namengut bereits mitbrachte. Ein zugezogener Adliger so gut wie eine vornehme Frau fremder Herkunft kann derart das Traditionsbewusstsein der Nachkommen beeinflussen, sei es in unmittelbarer Weitergabe oder im Sinne einer Umorientierung nach einem neuen "Spitzenahn".

Klaar Karl-Engelhard: Seite 14-17
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"Die Herrschaft der Eppensteiner in Kärnten" (1966)

Die Herrschaft der Eppensteiner in den Zeugnissen
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Nr. 3           [926-937]

quidam nobilis vir nomine Marahuuart überlässt der Freisinger Kirche unter Bischof Wolfram quicquid proprietatis habuit ad Izcilingun cum quesitis et inquirendis, insuper vero ad Terremareschirihun hobas III et quicquid ibi habuit tauschweise gegen de parte sue (sc.: Uuolhrammi) ecclesie quicquid habuit ad Helmunesdorf excepta una silva in septentrionali fluminis parte iacenti.

D. Trad. Freis. 2 nr. 1048

Datiert aufgrund der Sedenzzeit Bischof Wolframs; vgl. Fischer, Bischof Wolfram. - Izcilingun: Itzling, Gde. Altenerding, LK. Erding/Obb., Terremareschirihun: Diemannskirchen, LK. Vilsbiburg/Ndb.; Helunesdorf; Helmsdorf, Gde. Diemannskirchen, LK. Vilsbiburg/Ndb. Der genannte Fluss ist die Kl. Vils. Es scheint wegen der Itzlinger Güter zu Verwicklungen gekommen zu sein, indem Markwart trotz diesem Tausche dortige Rechte zu wahren suchte und dabei letztlich erfolgreich blieb; s. Nr. 7. Helmsdorf blieb in der Hand der MARKWART-Sippe, bis es mit anderen, benachbarten Besitzungen durch Bischof Adalbero von Bamberg, den Sohn des "EPPENSTEINERS“ Herzog Adalbero von Kärnten, dem Bamberger Domkapitel übergeben wurde (Reg. Bambg. 1 nr. 269; nach 1053). - Vgl. unten 74f., 79 Anm. 46.
 

Nr. 4           927 Mai, Karnburg-Maria Saal/Kärnten

Markwart (Marhuuart, Maruuart) in den weitgehend übereinstimmenden Zeugenlisten dreier Tauschverträge der Salzburger Kirche unter Erzbischof Odalbert.

a)
Der Edle Weriant und seine Gattin Adalswind übergeben Gut zu Haus/Steiermark, welches sie von den Herzögen Arnulf und Bertolt erhalten haben, gegen solches zu Friesach/Kärnten mit einer Kirche. Zeugen: Pertolt dux, Sigihart comes, Diotmar, Papo,Pero, Uuillihelm, item Perhtolt, Hartuuih, Ruotperht, Siccili, Arbeo, item Diotmar, Uueriant, Ruodheri, Otachar, Adalhart, Ilisunch, Marhuuart, Herolt, Ascuuin, Salacho, Pernahrt, item Otachar, Gundpold.

D: UB. Stmk. 1 nr. 18, UB Sbg. 1, 118f nr. 57, MdC 3 nr. 89, Reindel, Luitpoldinger, nr. 68 (unvollst.). - Datiert Mai 9-10.

b)
Chorbischof Kotabert gibt durch seinen Vogt, Herzog Bertolt, Gut in Oberbayern (Salzachgebiet) und Steiermark (Raum Knittelfeld - Neumarkt, u. a. ad Grazluppa) gegen solches in Kärnten (um Maria Saal und Villach sowie im Gurk-, Görtzschitz- und Lavanttal).
Zeugen: Rodperht comes, Reginker comes, Diotmar comes, Sigipold comes, Reginhart, Arpo, Uueriant, Maruuart, Ascuuin, Herolt, Turdagouuo, Sarahilo, Arnkis, Hinto, Auo, Zuentibold, Erinperht, Ernust. Eguuint, Kerhoh, Liutprant, Noting, Uuoluo, Chunirih, Regimhoh, Arpo, Raci, Enci, Papo, Rocholf, Ruodperht, Uulielant.

D: UB. Stmk. 1 nr. 17, UB. Sbg. 1, 68f. nr. 2, MdC 3 nr. 90, Reindel, Luitpoldinger, nr. 69 (unvollst.). - Zu Mai 23.

c)
Der Edle Reginbert, erzbischöflicher Vogt, und seine Gattin Perthilda geben Gut in Niederbayern (Rottal) und erhalten dafür ihren bisherigen Salzburger Lehensbesitz zu Eigen.
Zeugen: Perhtolt dux, Ruodperht comes, Reginker comes, Diotmar comes, Sigipold comes, Vuillihelm comes, Vueriant, Turdogouuo, Starhant, Marhuuart, Sarhilo, Arnis, Ascuuin, Diotram, Hoholt, Papo, Kerhoh, Otachar, Zuentipolch, Auo, Eparhart, Amolperht.

D. UB. Sbg. 1, 87f. nr. 23, Reindel, Luitpoldinger, nr. 70. - R: MdC 3 nr. 91. - Zu ca. Mai 23.

Die Datierung aller Stücke zu 927 nach UB Sbg. 1, 118 nr. 57, Vorbem. - Ein Markwart tritt hier erstmals in Kärnten auf. Erben, Codex Odalberti, 468, hat die Zeugenlisten aufgeschlüsselt. Sie enthalten Namen, die auch sonst in der Umgebung Odalberts erscheinen (vielfach seines eigenen Verwandtenkreises), daneben solche, die sich in Freisinger und Regensburger Traditionen der Zeit wiederfinden. Es liegt nahe, in diesen letzteren Männern das bayerische Gefolge Herzog Bertolts zu sehen, zu dem auch der mutmaßliche Sohn des aus Nr. 2 bekannten Grafen Sigihart in a) gehört (vgl. Trotter, Ebersberg, 11, und Tyroller, Genealogie, 90 nr. 3.) Sechs der Zeugen - Markwart, Ascuin, Herolt, Turdagowo, Sarahilo, Arnkis - hält Erben (a.a.O., Anm. 4) für Kärntner; Jaksch, Kärnten 1, 124, fügt dieser Gruppe Weriant, Framrich, Tesino hinzu. Tatsächlich weisen indem die betr. Register-Positionen der Trad. Freis. für fast alle diese Namen, von Markwart abgesehen, jeweils mehrere Belege aus dem 9., zum Teil schon 8. Jh. aus, so dass auch ihrer Träger dem Herzogsgefolge zugeordnet werden können. Lediglich Turdagowo erscheint nur einmal Anfang 9. Jh. und für Framrich und Tesino ist aufgrund von Trad. Reg. nr. 102 und MdC 1 nr. 7 = UB Sbg 2 nr 47 (Vorbem.!) und des fast völligen Fehlens ihrer Namen in den innerbayerischen Quellen Kärntner Ansässigkeit allerdings wahrscheinlich. - In Notiz b) genante Liegenschaften weisen auf das spätere besitzmäßige Kerngebiet der MARKWART-Sippe hin. Markwart erscheint auch unter den Zeugen der einzigen weiteren aus Maria Saal überlieferten Salzburger Urkunde des 10. Jh. [Nr. 6; nach 958]. - Siehe unten 74 f., 79, 83.
 

Nr. 5           930 März 30, Salzburg

Von quodam nobili viro n(ominato) Marhuuart ertauscht Erzbischof Adalbert dessen talem proprietatem, qualem ad Undrimam habere visus est, gegen  curtem ad Puoche et loca ad hanc accedentia, nuncupata ad Furti et Piscoffesperch, wobei gesagt wird, dass die bislang erzbischöflichen Güter früher Odalberts Verwandter und Vogt Hartwich zu Lehen gehabt hatte und nach diesem Herzog Bertolt; letzterem als dem Herrn des Markwart (dominus eius) sollen sie auf Lebenszeit wieder zukommen, falls Markwart keinen Sohn hinterlässt.
Zeugen: Perhtolt dux, Liutperht comes, Diotmar, Liutpold, Razo, Heimo, Pirhtilo, Papo, Gerhoh, Heriperht, Zuentipolc, Uuelisinch, Sigihart, Puopo, Ruodperht, Uualtrih, Engilperht, Pernhart, Adalhart.

D: UB Stmk. 1 nr. 19, UB. Sbg. 1, 144 f. nr. 83, Reindel, Luitpoldinger, nr 77. - R: MdC 3 nr. 93.

Marhuuart erscheint am gleichen Tage auch als Zeuge in einem weiteren in Salzburg vollzogenen Tausch, der traungauische Güter betrifft: UB. Sgb. 1, 99 f. nr. 37.

Undrima: Ingering nw. Knittelfeld; Puoche: Maria Buch östlich Judenburg; Furti: Furth westlich Judenburg; Piscoffesperch: Bischofsberg nordöstlich Neumarkt (sämtlich Steiermark). Diese Lokalisierung zuerst bei Tangl, Eppenstein 1, 166f.; vgl. jetzt Wonisch, Graslupptal, 13 m. Anm. 74. Undrima erscheint bereits in der Conversio Bagoar. et Carant. c. 5, ed. Wattenbach, 8, ed. Kos, 131. Besteht die Identifizierung mit den späteren Belegen zu Recht, wie neuerdings wieder Pirchegger, Eigenkirchen, 278, anzunehmen scheint, so ist Ingering die Urpfarrei für die Judenburger Gegend. Seit Zahn, Ortsnamenbuch, 282, und Kos, a.a.O., 45 f., wird dies jedoch bezweifelt zugunsten von St. Rupert in Fohnsdorf; so auch Wodka, Kirche, 61 m. Anm. 13. Zum Umfange der von Markwart dem Erzbischof übergebenen Güter: Pirchegger, Landesfürst 1, 10 ("mindestens der Weiler Bischoffeld und der nördlich davon gelegene Vorwitzhof"). Jedenfalls hatte die Salzburger Kirche ad Undrimam schon früh Lehensbesitz, der ihr 860 zu Eigen gegeben wurde (D LD nr. 102 = UB. Burgenland 1 nr. 10; dazu Posch, Lokalisierung, 244 f.: Herrschaft Wasserberg mit Bischoffeld); diese Position wurde jetzt durch Eintausch des Markwart-Besitzes ausgebaut. Letzterer rührte sehr wahrscheinlich aus Herzogs- und Reichsgute her, welches dort durch eine auf Bitten Markgraf Luitpolds erfolgte Schenkung Kaiser ARNULFS bezeugt ist (D A nr 138 = Reindel, Luitpoldinger, nr. 3; 895), das heißt Markwarts, wie im Falle der Besitz-Transaktionen Weriants (Nr. 4 a) und Rachwins (UB. Sbg. 1, 147 ff. nr. 85), anzunehmen. Herzog Bertolt verstand sich jetzt zugunsten der Vasallen Markwarts dazu, auf Salzburger Lehen zu verzichten, das er allerdings nur etwa 5 Jahre innegehabt hatte (UB. Sbg. 1, 82 f nr. 17, 924, Nov.: Erzbischof Odalbert erhält von seinen Verwandten Hartwich dessen Besitz zu Puoch im Tausch gegen die erzbischöflichen Güter ad Inheringun [Vogt ist damals noch Reginhart]; obwohl dort nicht von Lehen gesprochen wird, dürfte es sich bei Maria Buch um den nämlichen Besitztitel handeln, den Herzog Bertolt im vorliegenden Tausch indirekt dem Markwart abtrat). - Angesichts der engen Besitzverpflechtung zwischen Odalbert, Bertolt und Markwart und des dem Herzog eingeräumten Sukzessionsrechtes halten Braunmüller, Herzogtum, 64, und besonders Reindel, Luitpoldinger, 151, verwandtschaftliche Beziehungen für wahrscheinlich. Solche können, wie im Falle Weriant (Nr. 4 a, dazu unten Anm. 20) über die unbekannte Gattin des Markwart bestanden haben. - Zum Vasallitätsverhältnis vgl. Nrn. 6-7. - Die Zeugen Diotmar und Liutpold, wohl Verwandte des 907 gefallenen "großen" Luitpold, behandelt Mitis, Gedenkstiftung, 261 f. Vgl. unten 75, 79. Bracher, Undrima, der neuerdings die Frage um das "eppensteinische" und das "Salzburgische" U. sowie besonders um die in der Conversio genannte Kirche eingehend untersucht hat, vermutet, dass "das Geschlecht der EPPENSTEINER ... wohl im Zuge der ersten deutschen Landnahme im 9. Jh. seinen Undrima-Besitz erhielt", "wohl schon zu Anfang des 9. Jh." (a.a.O., 72 bzw. 68). Die unten in Kap. 2 angestellten Beobachtungen sprechen durchaus gegen die Annahme derart frühen Auftretens der MARKWART-Sippe im Südosten; eher noch käme Erheiratung des Undrima-Besitzes gegen oder wenig nach 900 in Betracht.
 

Nr. 6           940 Juli 13, Siptenfelde/Harz

cuidam nobili vasallo suo (sc. Herzog Bertolts von Bayern) ac comiti Marchvvardo dicto schenkt König OTTO I. auf Bitten des Herzogs sowie der Grafen Kerung und Hiltibold X hobas dominicales quas pridem aurarii insederant, in pago Üfgovve in comitatu eiusdem Marchvvardi iuxta rivum Fuehtebah nominatum samt allem Zugehör zu Eigen.

D: MB 28/1, 176 nr. 122, UB OÖ. 2 nr. 41, D O I. nr. 33, Reindel, Luitpoldinger, nr. 97. - R. RI 2 nr. 89.

Ottenthal, RI 2/I nr. 89, datiert die Handlung des Diploms noch zu dem bayerischen Hoftag Anfang 940. - Über die räumliche und personelle Zuordnung besteht keine Einhelligkeit. Abgesehen von der sicher irrigen Auffassung von Tangl, Eppenstein 1, 167 f., werden heute zwei Thesen vertreten: Vancsa, Nd.- und Ob.-Österreich 1, 120, sieht im Ufgau einen Teil des Traungaues im Sinne einer rein geographischen Bezeichnung desgl. Strnadt, Hausruck, 7-10, und Riezler, Bayern 1/II, 547. Auf den so verstandenen Ufgau bezieht außer Ottenthal, a.a.O., Vancsa, a.a.O., 191, offenbar auch die vorliegende Markwart-Nennung, verwirft diesen Bezug indes ebd. 207 f. (m. Anm. 6) und sucht den Feichtenbach nunmehr im bayerischen Ufgau an der Isar. Später hat Zibermayr, Noricum, 370, und die Quelle entscheiden im Sinne des traungauischen Ufgaues verstanden, und Pfeffer, Land ob der Enns, 203, stützt mit derselben seine weitreichenden Vermutungen über eine Kontinuität der karolingischen Marken-Organisation im Südosten durch das 10. Jh. Zuletzt haben Reindel, a.a.O. und Polenz, Landschaftsnamen 1, 89, die Traungau-These vertreten. Der modifizierten Ansicht von Vancsa - Ufgau an der Isar - folgten dagegen Strnadt, Innviertel, 584, und Pirchegger, Steiermark 1, 124, sowie neuerdings Tyroller, Ahnen der Wittelsbacher zum anderen Male, 155, und Genealogie, 109 nr. 2, ferner Zauner, Oberösterreich, 217 f. Diesen letzteren (und damit Hirsch, Heinr. II. 1, 155; Köpke-Dümmler, Otto der Große, 104, gehen auf Einzelheiten nicht ein) ist zuzustimmen. Der oberösterreichische Feichtenbach liegt weit außerhalb des dortigen Ufgaues (nämlich im Mühlviertel); siehe die Belege bei Lamprecht, Matrikel, 26 f. und 146, und Schiffmann, Ortsnamen-Lexikon 1, 282, 2, 478, 3, 459, welche auch zeitlich abweichen. Dagegen findet sich östlich von Landshut/Ndb. in eben jener Gegend, für welche Markwart-Besitzungen belegt sind, ein Viehbach (Pollinger, Ortsnamen Dingolfing, 67; dazu Kte. des Dt. Reiches 1: 100.000, bl. 612); vgl. Strnadt, Innviertel, 584, und Zauner, a.a.O., 218). Ein Argument bietet auch die Bamberger Überlieferung des Diploms, welche sich dem späteren Übergang eppensteinischer Güter an der Isar am Bamberg gut einfügt, wogegen Bamberg. Besitz in den fraglichen Gebieten Oberösterreichs nicht bezeugt ist (siehe die Karte bei Strnadt, Hausruck, nach S. 110, und Klebel, Bamberger Besitz, 294). - Die beiden außerdem Herzog intervenierenden Grafen scheinen dem nämlichen Personenkreise anzugehören wie der Beschenkte selbst: Ein Kerung, Vasall Herzog Arnulfs, erhält 927 von König HEINRICH I. einen Hörigen (D H I. nr. 14; vgl. Reindel, Luitpoldinger, 145 und 195, mit weiteren Belegen fraglicher Personenidentität aus der Zeit OTTOS I.), und ein Graf Hiltibald interveniert 942 zusammen mit Herzog Bertolt zugunsten eines Grafen Cadelahc (D O I. nr. 49); vgl. Reindel, a.a.O., 196; dazu allg. Schetter, Intervenienz, 77. - Vgl. unten 75.
 

Nr. 7           951 September 23, Pavia

cuidam suo (sc. Herzog Heinrichs von Bayern) vasallo Marquart nuncupato erstattet König OTTO I. auf Intervention des Herzogs, seines Bruders, talem proprietatem, qualis ei iudicio populi fuit ablata in nostramque (sc. des Königs) potestatem redacta [...] sitam in comitatu Adelberonis in loco Izhzelinga vocato samt Zubehör zurück (iterum reddidimus).

D: MB 31/I, 198 nr. 102; D O I. nr 135. - R: RI 2 nr. 197.

Izhzelinga: Pirchegger, Steiermark 1, 124, Anm. 2 a, entscheidet sich für Itzling bei Salzburg, wo der Name Markwart tatsächlich auftritt, jedoch erst ab ca. 1120 (s. UB. Sbg. 1, 1062 f., Registerposition Itzling. Eine ganz abweichende Lokalisierung (bei gleichzeitiger Annahme von Personenidentität des Empfängers mit dem Markwart in Nr. 6) gibt Ottenthal, RI 2/I nr. 197: Itzlingen, Gde. Kerklingen bei Bopfingen/Wttbg. Demgegenüber spricht für Gleichsetzung mit Itzling, Gde. Altenerding, LK. Erding/Obb., die Bezeugung eines Grafen Adalpero als Tauschpartner Freisings eben im Erdinger Gebiet zu ca. 956-957 (Trad. Freis. 2 nr. 1152; freilich wird dort nur von Besitz-, nicht Grafschaftsrechten Adalperos gesprochen). Die Vermutung wird gestärkt durch den wahrscheinlichen Zusammenhang mit dem Freisinger Gütertausch eines Edlen Markwart zu 926-937 [Nr. 3]. Dazu passt die Überlieferung der vorliegenden Diploms in einem Bamberger Kopialbuch, wonach Itzing wie verschiedene umliegende Güter bei Markwarts Familie geblieben und unter Bischof Adalbero (1053-1057) an Bamberg gekommen sein dürfte. Trifft diese Auffassung zu, so ist auch Pircheggers Ablehnung eines Familien-Zusammenhangs ("Schwerlich ... ein EPPENSTEINER", a.a.O.) nicht zu halten. - Vgl. unten 75, 86.